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RUNDFUNK

20. OCT. 2018 / 14:00

Erich-Kästner-Halle
Donaueschingen

Enno Poppe
Rundfunk für neun Synthesizer (2015-2018)

Ohne den Rundfunk gäbe es die Neue Musik in ihrer heutigen Form nicht. Gerade die Erfindung und Entwicklung der elektronischen Musik in den Studios der Sendeanstalten gehört zu den Sternstunden eines Mediums, das etwas über seine eigenen Möglichkeiten und Bedingungen herausfinden wollte und sich dazu Institute zur Grundlagenforschung geleistet hat. Die Idee eines sendereigenen, gebührenfinanzierten Max-Planck-Instituts ist heute kaum vorstellbar, so sehr hat sich die Auffassung vom Radio gewandelt, hin zu einem Tagesbegleitmedium.

Im Bereich der elektronischen Musik gibt es seit Jahrzehnten eine rasende technische Entwicklung. Genau so schnell ist das Tempo des Verschwindens. Ältere Werke können oft nicht aufgeführt werden, weil die Technologien fehlen oder nicht mehr funktionieren, oder man weiß schlicht nicht mehr, wie es vor 25 Jahren gemacht wurde. Dadurch, dass immer nur die aktuelle Technologie funktioniert, wird die Klangästhetik immer extrem zeitbezogen. Popmusik kann auf diese Weise exakt datiert werden: durch ein bestimmtes Preset des DX-7 etwa oder ein Software-Tool.

Komponieren heißt auseinandernehmen. In Rundfunk für neun Synthesizer nehme ich historische Klänge, keine historischen Instrumente. Als Instrumentarium werden neun Computer und neun Keyboards verwendet. Die Klänge kommen aus den sechziger und siebziger Jahren: FM-Synthese, Minimoog und Schweineorgel. Die Pioniere sind Gottfried Michael Koenig, Thomas Kessler, John Chowning, Wendy Carlos und Tangerine Dream. Dadurch dass keine Originalinstrumente, sondern am Computer generierte Nachbauten verwendet werden, klingt alles anders als damals. Dafür habe ich immer alle Klänge gleichzeitig zur Verfügung, kann beliebig viele Stimmen abspielen (der Minimoog konnte immer nur einen Ton auf einmal spielen), kann auch die Stimmung frei einstellen und ständig wechseln. Der Klang wird dekonstruiert und neu zusammengebaut. Die Spieler sind übrigens keine Keyboardvirtuosen, sondern Virtuosen im Umgang mit elektronischen Klängen.

Das Stück besteht aus tausenden von Atomen. Die Musik ist analytisch-emphatisch. Sie wird im Labor zusammengesetzt, beim Komponieren habe ich einen weißen Kittel an. Aber ein Konzert ist kein Experiment. In dem Moment, wo ich nicht mehr verstehe, was geschieht, entsteht Kunst. Die Schönheit liegt in der Überforderung.

Enno Poppe

Kompositionsauftrag des Südwestrundfunks, von Wien Modern, Huddersfield Contemporary Music Festival, Philharmonie Luxembourg, Festival d'Automne à Paris, Acht Brücken | Musik für Köln, Deutschlandfunk Kultur und der musica viva des Bayerischen Rundfunks

RUNDFUNK

20. OCT. 2018 / 18:00

Erich-Kästner-Halle
Donaueschingen

Enno Poppe
Rundfunk für neun Synthesizer (2015-2018) UA

Ohne den Rundfunk gäbe es die Neue Musik in ihrer heutigen Form nicht. Gerade die Erfindung und Entwicklung der elektronischen Musik in den Studios der Sendeanstalten gehört zu den Sternstunden eines Mediums, das etwas über seine eigenen Möglichkeiten und Bedingungen herausfinden wollte und sich dazu Institute zur Grundlagenforschung geleistet hat. Die Idee eines sendereigenen, gebührenfinanzierten Max-Planck-Instituts ist heute kaum vorstellbar, so sehr hat sich die Auffassung vom Radio gewandelt, hin zu einem Tagesbegleitmedium.

Im Bereich der elektronischen Musik gibt es seit Jahrzehnten eine rasende technische Entwicklung. Genau so schnell ist das Tempo des Verschwindens. Ältere Werke können oft nicht aufgeführt werden, weil die Technologien fehlen oder nicht mehr funktionieren, oder man weiß schlicht nicht mehr, wie es vor 25 Jahren gemacht wurde. Dadurch, dass immer nur die aktuelle Technologie funktioniert, wird die Klangästhetik immer extrem zeitbezogen. Popmusik kann auf diese Weise exakt datiert werden: durch ein bestimmtes Preset des DX-7 etwa oder ein Software-Tool.

Komponieren heißt auseinandernehmen. In Rundfunk für neun Synthesizer nehme ich historische Klänge, keine historischen Instrumente. Als Instrumentarium werden neun Computer und neun Keyboards verwendet. Die Klänge kommen aus den sechziger und siebziger Jahren: FM-Synthese, Minimoog und Schweineorgel. Die Pioniere sind Gottfried Michael Koenig, Thomas Kessler, John Chowning, Wendy Carlos und Tangerine Dream. Dadurch dass keine Originalinstrumente, sondern am Computer generierte Nachbauten verwendet werden, klingt alles anders als damals. Dafür habe ich immer alle Klänge gleichzeitig zur Verfügung, kann beliebig viele Stimmen abspielen (der Minimoog konnte immer nur einen Ton auf einmal spielen), kann auch die Stimmung frei einstellen und ständig wechseln. Der Klang wird dekonstruiert und neu zusammengebaut. Die Spieler sind übrigens keine Keyboardvirtuosen, sondern Virtuosen im Umgang mit elektronischen Klängen.

Das Stück besteht aus tausenden von Atomen. Die Musik ist analytisch-emphatisch. Sie wird im Labor zusammengesetzt, beim Komponieren habe ich einen weißen Kittel an. Aber ein Konzert ist kein Experiment. In dem Moment, wo ich nicht mehr verstehe, was geschieht, entsteht Kunst. Die Schönheit liegt in der Überforderung.

Enno Poppe

Kompositionsauftrag des Südwestrundfunks, von Wien Modern, Huddersfield Contemporary Music Festival, Philharmonie Luxembourg, Festival d'Automne à Paris, Acht Brücken | Musik für Köln, Deutschlandfunk Kultur und der musica viva des Bayerischen Rundfunks

SPLITTER ORCHESTER AND ENSEMBLE MOSAIK ARE PUBLIC PEOPLE

28. OCT. 2018 / 20:00

Radialsystem V
Berlin, Deutschland

Alwynne Pritchard
Public People

Am 28. Oktober 2018 um 20.00 Uhr treffen das Splitter Orchester und das ensemble mosaik mit Dirigent Ilan Volkov im Radialsystem erstmalig aufeinander – zwei international renommierte Berliner Klangkörper der zeitgenössischen Musik, die ganz unterschiedlich mit ihrem Material umgehen. Während das 2010 gegründete Splitter Orchester primär frei improvisierend im Kollektiv arbeitet, wirkt das ensemble mosaik häufig in dialogischen Prozessen mit KomponistInnen an der Entstehung neuer Werke mit.

"One thing I find fascinating about being a musician is navigating the institutional structures that make music happen. I’m intrigued by the stuff that music encodes, the stuff that lurks behind emotional, spiritual or even more purely structural musical expression. The whole lot is bundled together – pulling on one strand, can unravel the lot. Institutional and musical forces are inextricably bound. The Splitter Orchester and ensemble mosaik, like all organizations, are each in themselves expressions of this co-existence." Alwynne Pritchard, Komponistin

Mit Public People hat die britische Komponistin Alwynne Pritchard gemeinsam mit drei Mitgliedern des Splitter Orchesters – Julia Reidy, Chris Heenan und Simon James Phillips – einen Konzertabend gestaltet, der die unterschiedlichen Herangehensweisen der beiden Klangkörper auf ihre Relation hin befragt. Entstanden ist ein dynamisches, offenes Produktionsfeld, das Annäherung und Abgrenzung auch im weiteren gesellschaftlichen Kontext behandelt.

Splitter Orchester
ensemble mosaik
Ilan Volkov - Dirigent
Alwynne Pritchard, Julia Reidy, Simon James Phillips, Chris Heenan - Komposition

Eintrittskarten: 18 € / ermäßigt 14 € pro Person
https://radialsystem.reservix.de/p/reservix/event/1265574

Public People wird unterstützt durch die Spartenoffene Förderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa. Das Splitter Orchester und ensemble mosaik werden gefördert durch die Basisförderung der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

RUNDFUNK

10. NOV. 2018 / 22:00

Semperdepot
Wien, Österreich

Enno Poppe
Rundfunk für neun Synthesizer (2015-2018)

Ohne den Rundfunk gäbe es die Neue Musik in ihrer heutigen Form nicht. Gerade die Erfindung und Entwicklung der elektronischen Musik in den Studios der Sendeanstalten gehört zu den Sternstunden eines Mediums, das etwas über seine eigenen Möglichkeiten und Bedingungen herausfinden wollte und sich dazu Institute zur Grundlagenforschung geleistet hat. Die Idee eines sendereigenen, gebührenfinanzierten Max-Planck-Instituts ist heute kaum vorstellbar, so sehr hat sich die Auffassung vom Radio gewandelt, hin zu einem Tagesbegleitmedium.

Im Bereich der elektronischen Musik gibt es seit Jahrzehnten eine rasende technische Entwicklung. Genau so schnell ist das Tempo des Verschwindens. Ältere Werke können oft nicht aufgeführt werden, weil die Technologien fehlen oder nicht mehr funktionieren, oder man weiß schlicht nicht mehr, wie es vor 25 Jahren gemacht wurde. Dadurch, dass immer nur die aktuelle Technologie funktioniert, wird die Klangästhetik immer extrem zeitbezogen. Popmusik kann auf diese Weise exakt datiert werden: durch ein bestimmtes Preset des DX-7 etwa oder ein Software-Tool.

Komponieren heißt auseinandernehmen. In Rundfunk für neun Synthesizer nehme ich historische Klänge, keine historischen Instrumente. Als Instrumentarium werden neun Computer und neun Keyboards verwendet. Die Klänge kommen aus den sechziger und siebziger Jahren: FM-Synthese, Minimoog und Schweineorgel. Die Pioniere sind Gottfried Michael Koenig, Thomas Kessler, John Chowning, Wendy Carlos und Tangerine Dream. Dadurch dass keine Originalinstrumente, sondern am Computer generierte Nachbauten verwendet werden, klingt alles anders als damals. Dafür habe ich immer alle Klänge gleichzeitig zur Verfügung, kann beliebig viele Stimmen abspielen (der Minimoog konnte immer nur einen Ton auf einmal spielen), kann auch die Stimmung frei einstellen und ständig wechseln. Der Klang wird dekonstruiert und neu zusammengebaut. Die Spieler sind übrigens keine Keyboardvirtuosen, sondern Virtuosen im Umgang mit elektronischen Klängen.

Das Stück besteht aus tausenden von Atomen. Die Musik ist analytisch-emphatisch. Sie wird im Labor zusammengesetzt, beim Komponieren habe ich einen weißen Kittel an. Aber ein Konzert ist kein Experiment. In dem Moment, wo ich nicht mehr verstehe, was geschieht, entsteht Kunst. Die Schönheit liegt in der Überforderung.

Enno Poppe

Kompositionsauftrag des Südwestrundfunks, von Wien Modern, Huddersfield Contemporary Music Festival, Philharmonie Luxembourg, Festival d'Automne à Paris, Acht Brücken | Musik für Köln, Deutschlandfunk Kultur und der musica viva des Bayerischen Rundfunks