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PORTRAITKONZERT ENSEMBLE MOSAIK

21. JUN. 2018 / 19:30

Daegu Concert House
Daegu, Südkorea

Enno Poppe
Trauben (2004)

Liza Lim
Gyfu (Gift) (2011)

Helmut Oehring
Leuchter (aus: kurz im Müll gestochert) (1994)

Reinhard Febel
written in water (2018) UA

Johannes K. Hildebrandt
Dreieck (2013/2018)

Eunkyung Park
Kwanmae - Contempler les fleurs du prunier (2018) UA

SungJi Hong
Lux Mundi (2018)

FESTIVAL FINALE

22. JUN. 2018 / 17:00

Daegu Concert House
Daegu, Südkorea

Zum Abschluss des Daegu International Contemporary Music Festivals spielt das ensemble mosaik zusammen mit den Ensemble Via Nova, dem NeoQuartet und dem DCFM Ensemble ein Gemeinschaftsprogramm.

Jin Daniel Suh, Leitung

Giacinto Scelsi Natura Renovatur (1967)

Soo Eun Lee Neues Werk

Sidney Corbett Lines for Malte Spohr II (2018) UA

Giordano Bruno do Nascimento Deuteron (2018) UA

Charles E. Ives The unanswered Question (1906–1935)

Gefördert vom Goethe-Institut

AUTONOME MUSIK (4) - SCHALTUNGEN

5. JUL. 2018 / 20:00

Kesselhaus in der Kulturbrauerei
Berlin

Yannis Kyriakides
Telegraphic (2013/2018)

Eduardo Moguillansky
Bemessung #3 (2016/2018) UA

Carlos Sandoval
Die Tränen der Dinge (2018) UA

Guido Henneböhl
X__X Transformer (2018) UA

Lisa Streich
ZUCKER for motorized Ensemble (2017)

AUTONOME MUSIK - 20 Jahre ensemble mosaik

Die vierteilige Konzertreihe Autonome Musik im Kesselhaus der Kulturbrauerei Berlin thematisiert in einer Gegenüberstellung von Komposition und Performance kontrastierende Konzeptionen von Konzertmusik. In den Konzerten begegnen Ensemblekompositionen, deren detaillierte Klang- und Formgestaltung einen ausgeprägten Werkcharakter aufweisen, einer sich fortsetzenden Folge von Miniaturen, die konzeptuell angelegt sind und in Echtzeit ausformuliert werden. Die Miniaturen werden für jedes Konzert in Zusammenarbeit mit den Künstlern/Komponisten Kaj Duncan David, Rama Gottfried, François Sarhan und Guido Henneböhl entwickelt.

Im vierten Konzert der Reihe – SCHALTUNGEN – werden die Ensemblewerke mit Konzeptkompositionen für Instrumentalisten und Selbstspielautomat von Guido Henneböhl umgeben. Das vierteilige Projekt X__X thematisiert die Rolle elektronischer Schaltungen in zeitgenössischer Musik und das Zusammenspiel von Instrumentalist und Maschine.

RUNDFUNK

20. OCT. 2018 / 00:00

Donauhallen – Strawinsky Saal
Donaueschingen

Enno Poppe
Rundfunk für neun Synthesizer (2015-2018) UA

Ohne den Rundfunk gäbe es die Neue Musik in ihrer heutigen Form nicht. Gerade die Erfindung und Entwicklung der elektronischen Musik in den Studios der Sendeanstalten gehört zu den Sternstunden eines Mediums, das etwas über seine eigenen Möglichkeiten und Bedingungen herausfinden wollte und sich dazu Institute zur Grundlagenforschung geleistet hat. Die Idee eines sendereigenen, gebührenfinanzierten Max-Planck-Instituts ist heute kaum vorstellbar, so sehr hat sich die Auffassung vom Radio gewandelt, hin zu einem Tagesbegleitmedium.

Im Bereich der elektronischen Musik gibt es seit Jahrzehnten eine rasende technische Entwicklung. Genau so schnell ist das Tempo des Verschwindens. Ältere Werke können oft nicht aufgeführt werden, weil die Technologien fehlen oder nicht mehr funktionieren, oder man weiß schlicht nicht mehr, wie es vor 25 Jahren gemacht wurde. Dadurch, dass immer nur die aktuelle Technologie funktioniert, wird die Klangästhetik immer extrem zeitbezogen. Popmusik kann auf diese Weise exakt datiert werden: durch ein bestimmtes Preset des DX-7 etwa oder ein Software-Tool.

Komponieren heißt auseinandernehmen. In Rundfunk für neun Synthesizer nehme ich historische Klänge, keine historischen Instrumente. Als Instrumentarium werden neun Computer und neun Keyboards verwendet. Die Klänge kommen aus den sechziger und siebziger Jahren: FM-Synthese, Minimoog und Schweineorgel. Die Pioniere sind Gottfried Michael Koenig, Thomas Kessler, John Chowning, Wendy Carlos und Tangerine Dream. Dadurch dass keine Originalinstrumente, sondern am Computer generierte Nachbauten verwendet werden, klingt alles anders als damals. Dafür habe ich immer alle Klänge gleichzeitig zur Verfügung, kann beliebig viele Stimmen abspielen (der Minimoog konnte immer nur einen Ton auf einmal spielen), kann auch die Stimmung frei einstellen und ständig wechseln. Der Klang wird dekonstruiert und neu zusammengebaut. Die Spieler sind übrigens keine Keyboardvirtuosen, sondern Virtuosen im Umgang mit elektronischen Klängen.

Das Stück besteht aus tausenden von Atomen. Die Musik ist analytisch-emphatisch. Sie wird im Labor zusammengesetzt, beim Komponieren habe ich einen weißen Kittel an. Aber ein Konzert ist kein Experiment. In dem Moment, wo ich nicht mehr verstehe, was geschieht, entsteht Kunst. Die Schönheit liegt in der Überforderung.

Enno Poppe

Kompositionsauftrag des Südwestrundfunks, von Wien Modern, Huddersfield Contemporary Music Festival, Philharmonie Luxembourg, Festival d'Automne à Paris, Acht Brücken | Musik für Köln, Deutschlandfunk Kultur und der musica viva des Bayerischen Rundfunks